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Liedbeispiel: Fordre niemand mein Schicksal zu hören
Text zu "Fordre niemand mein Schicksal zu hören":
1.) Fordre niemand mein Schicksal zu hören von euch allen, die ihr in Arbeit steht !
Jawoll, könnte ich Meister beschwören, es wär doch bis morgen schon zu spät.
Auf der Wanderschaft lustigen Tagen setzt´ ich Kleider und Reisegeld zu,
und so hab´ ich denn nun weiter nichts zu tragen als mein Rock und mein Stock und die Schuh´!
2.) Keine Hoffnung ist Wahrheit geworden, selbst in Schlesien war alles besetzt.
Als ich reiste über Frankfurt nach Norden, ward ich stets von Gendarmen gehetzt.
Von Stettin aus nach Hause geschrieben, ging ich dennoch Berlin erst noch zu,
und so ist mir denn nun weiter nichts geblieben als mein Rock und mein Stock und die Schuh´!
3.) In der Heimat darf ich mich nicht zeigen, denn dahin ist das Geld und der Rock !
Lasst mich meinen Namen verschweigen, denn sonst droht mir ein knotiger Stock !
Statt in Betten in Wäldern gebettet, oh, ich hatte nur wenige Ruh´!
Und so hab´ ich in der Fremde nichts gerettet als die Hosen und zerissene Schuh´ !
4.) Fordre niemand mein Schicksal zu hören von euch allen, die ihr in Arbeit steht !
Jawoll, könnte ich Meister beschwören, es wär doch bis morgen schon zu spät.
Auf der Wanderschaft lustigen Tagen setzt´ ich Kleider und Reisegeld zu,
und so hab´ ich denn nun weiter nichts zu tragen als mein Rock und mein Stock und die Schuh´!
Und so hab´ ich denn nun weiter nichts zu tragen als mein Rock und mein Stock und die Schuh´!
* * *
Deutsches Handwerkerlied aus der Zeit um 1840. Das Lied schildert das Schicksal eines wandernden und schliesslich gejagten Handwerksgesellen, seine Angst vor der Obrigkeit und die Armut aufgrund fehlender Arbeitsmöglichkeiten.
Melodie: Erich Schmeckenbecher, Zupfgeigenhansel
(nach: Oskar Schade, Deutsche Handwerkerlieder; Leipzig 1865